DER TEDDYBÄR

(freundliche Leihgabe von Annes Baerenbasar)


FEIERT SEINEN 100. GEBURTSTAG

 

Als Theodore Roosevelt vor 100 Jahren, am 14.September 1901, Präsident der USA wurde, eilte ihm nicht nur sein Ruf, sondern auch sein Spitzname "Teddy" voraus.
Doch Teddy Roosevelt schrieb nicht nur Zeitgeschichte - er wurde unfreiwillig auch zum Namenspatron des wohl beliebtesten Plüschtieres aller Zeiten.
Ob es den Teddy, so wie wir ihn kennen, überhaupt gäbe, wenn da nicht ein spöttischer Zeitgenosse von Theodore Roosevelt seinen Zeichenstift sarkastisch gespitzt hätte ?
Der Karikaturist Clifford Berryman stellte Roosevelts Leidenschaft, die Bärenjagd, in der "Washington Post" zwar sehr spöttisch dar,versah das Bild aber mit einem kleinen Bären, den Roosevelt angeblich verschont haben soll.
Auch bei weiteren Roosevelt-Karikaturen, die damals fast täglich in der Boulevardpresse gedruckt wurden, tauchte der kleine Bär immer wieder auf, und bald wurde er als "Teddys Bär" bekannt .
 

Theodore Roosevelt, der "Taufpate" des Teddy

Von "Teddys Bär" zum "Teddybär" war nur ein kleiner Schritt. Diesen tat allerdings nicht der berühmte Namensvetter des beliebten Kuscheltieres, sondern Richard Steiff, der wirkliche Vater aller Teddybären. Der Neffe der legendären Margarete Steiff hatte den Trend nach diesen kuscheligen Spielgefährten rasch erkannt und brachte seine Ideen in das Familienunternehmen ein.
Der erste Steiff-Teddy, der 1902, also vor genau 100 Jahren, nach Richards Skizzen angefertigt wurde, hatte noch keinen verspielten Namen, wie das später üblich wurde. Er hiess schlicht und einfach "55PB", was nichts anderes bedeutete als: 55 cm gross, aus Plüsch, beweglich.
Nun war der Teddy-Boom war nicht mehr aufzuhalten.
Weltweit drückten Kinder ihr brummenden Spielgefährten, und auch die Welt der Erwachsenen beteiligte sich rege an der Teddymode, denn Teddys zu sammeln war damals genauso "in" wie heute.
Bald gab es Teddys für jeden Anlass, und die Sammler rissen sich um jene Modelle, die in kleiner Auflage hergestellt wurden.
Ein makabres Beispiel dafür war der "Trauerbär" aus schwarzem Mohair, der 1912 als "Gedenkteddy" für die Opfer des Untergangs der Titanic in einer Auflage von 600 Stück hergestellt wurde.
Ein Exemplar dieser Auflage erzielte 1994 bei Christies die sagenhafte Verkaufssumme von DM 300.000.-
Solche Traumpreise werden die vielen Tausend abgeliebten, kahlgeknuddelten und von Kinderhänden arg strapazierten Teddys nie erreichen. Aber wieviel Kinderglück birgt jeder dieser Teddys, wieviele Erinnerungen tragen sie doch in sich! Und sie verlieren nichts von ihrem Charme und ihrer Lieblichkeit, auch wenn sie auf Dachböden oder in Kartons mit der Aufschrift "Erinnerungen" verstauben.
Ein wenig wehmütig stimmen nur die vielen "heimatlosen" Teddys, die auf Trödel- und Flohmärkten als Opfer unserer Wegwerfgesellschaft landen.
 

Nichts an ihnen erinnert mehr an "Teddy" Roosevelt , und nichts mehr an die Kinderhände, in denen sie einmal geborgen waren.
Und dennoch bleibt manchmal jemand stehen und betrachtet versonnen einen der Teddys :
"Der sieht fast so aus wie der, den ich als Kind hatte ...."


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